Mit Irrwurz auf Entdeckungsreise

 

 

 

RUNEN RAUNEN RECHTEN RAT

Runen sind Orakel-Symbole und Vorläufer der Buchstaben. Sie wurden erst nur kultisch verwendet. Unter dem Einfluß der Römer wurden die Runen zur Schrift. Runen wurden in Buchen geritzt; daher die Bezeichnung Buchstaben. Runen sind die Wurzeln unserer Sprache und Symbole für Naturkräfte. Als Träger spiritueller Botschaften sind sie Geheimnisträger und archaische Schlüssel zur Natur und unserem Selbst.

Runen sind ein altnordisches Yoga-System mit Körpergesten und Handzeichen, durch die man verborgene Kräfte aktivieren kann. Man gelangt mit ihnen zum Einklang mit den Naturkräften, und sie vermitteln Wissen über die Naturgeheimnisse.

Runen dienen zur Fokussierung der Aufmerksamkeit und Steigerung der Willenskraft. Man kann mit ihnen in die eigene Mitte finden und heil werden. Mit Runen läßt sich Energie bewußt lenken und magisch und geomantisch arbeiten. Sie vermitteln kosmische Kräfte an den Menschen und seine Umwelt. Wie bei anderen magischen Zeichen auch, verleiht das Aufmalen von Runen auf einen Gegenstand diesem Kraft.

Runen wirken auch, indem man ihren Namen wie ein Mantra spricht oder singt. Sie aktivieren durch klangliche Resonanz magische Kräfte.

Runen sind wie eine Reise durch das Lebensrad oder Medizinrad. Sie decken die grundsätzlichen Lebensthemen ab, von der Geburt zum Tod und zur Wiedergeburt. Wir können Runen als Orakel benutzen. Sie zeigen uns, wo wir gerade im Leben stehen und welche Themen zu bearbeiten sind. Runen, die verkehrt herum zu liegen kommen, zeigen Lernaufgaben an oder etwas, das geheilt werden soll.

Runen haben aufladende oder abladende Kräfte. Mit aufladenden Runen können wir uns Energie zuführen, mit abladenden Runen uns "entladen". ISA und PERTH haben beide Eigenschaften.

Nach der germanischen Mythologie ist Odin der Gott der Runenmagie und Schöpfer der Runen. Am Weltenbaum Yggdrasil hängend ersann er diese.

Runen findet man in Schneeflocken, Eiskristallen, Baumwuchs, Kräutern, Blattformen, Kornkreisen, Peace-Zeichen, Pax-Christi-Symbol, Trägerbalken, Fachwerk, Verkehrsschildern etc.

Praktische Arbeit mit Runen:

Es gibt fertige Runensets zu kaufen. Mehr inneren Bezug zu ihnen bekommt man aber, wenn man sie selbst herstellt. Man kann Runen auf Holzscheiben oder Kieselsteine malen oder in Ton ritzen. Die dazu benutzten Materialien sollten in Form und Größe möglichst gleich sein. Die fertigen Runen gibt man in einen Beutel.

Vor der ersten Anwendung, aber auch sonst, wenn einem danach ist, sollte man die Runen reinigen und segnen. Zum Reinigen eignet sich z.B. die Neutralise-Karte der Sanathana Sai Sanjeevini. Einen Segen kann man mit eigenen Worten formulieren, z.B. die Runen herzlich willkommen heißen und sie bitten, einen mit ihrer Weisheit zu unterstützen. Wichtig: wenn man die Runen nach Rat befragt hat oder sonst ihre Dienste in Anspruch genommen hat, sollte man sich dafür bedanken. Alles hat Bewußtsein und freut sich über ein Dankeschön!

Bei der Runenbefragung nimmt man seinen Runenbeutel, denkt an seine Frage und fühlt sich in die Runen hinein. Wenn man mit der Hand in dem Beutel herumwühlt, bleiben immer einige Runen quasi an den Fingern "kleben". Diese zieht man heraus und legt sie vor sich hin. Auf dem Kopf stehende Runen zeigen an, dass dem Thema der Frage und der Rune entsprechend etwas erlöst werden soll.

Es gibt verschiedene Legesysteme:

Tagesrune: als Motto des Tages eine Rune ziehen.

Dreierwurf: 1. Rune = darum geht es; 2. Rune = das ist die Aufgabe daran; 3. Rune = das Ergebnis

Jahresorakel: für jeden Monat des Jahres eine Rune ziehen

Das sind nur einige Beispiele. Werde selbst kreativ im Umgang mit den Runen!

Aus Odins Runenlied:

Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum

Neun lange Nächte,

Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,

Mir selber ich selbst,

Am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann

Aus welcher Wurzel er sproß.

Sie boten mir nicht Brot noch Met;

Da neigt’ ich mich nieder

Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend:

Endlich fiel ich zur Erde.

Neun Hauptlieder lernt ich von dem weisen Sohn

Bolthorns, des Vaters Bestlas,

Und trank einen Trunk des teueren Mets

Aus Odhrörir geschöpft.

Zu gedeihen begann ich und begann zu denken,

Wuchs und fühlte mich wohl.

Wort aus dem Wort verlieh mir das Wort,

Werk aus dem Werk verlieh mir das Werk.

Runen wirst du finden und Ratstäbe,

Sehr starke Stäbe, sehr mächtige Stäbe.

Erzredner ersann sie, Götter schufen sie,

Sie ritzte der hehrste der Herrscher.

(Aus der Lieder-Edda, 13. Jhdt., Island)

Älteres Futhark mit 24 Runen: der Name Futhark leitet sich aus den ersten sechs Runen ab.

1 FA, FEOH, FEHU: F; Vieh; Götter Freya und Freyr; Eberesche; Tarot: der Magier; abladend

Besitz, Nahrung, Wohlstand, Gewinn, (spiritueller) Reichtum, Fülle, Erfüllung, Fruchtbarkeit, Glück, Anfang, von der Idee zur Schöpfung

2 UR, URUZ: U; Auerochse; Gott Thor, Riese Ymir und die Urkuh Audhumla; Brombeere; Tarot: die Hohepriesterin; abladend

Urquelle, Ursprung, Kraft, Stärke, Vitalität, Gesundheit, Heilung, Ausdauer, formende Energie, Gestaltungskraft

3 THURIS, THURISAZ: TH; Dorn; Gott Thor und die Eisriesen; Weißdorn; Tarot: der Kaiser; aufladend

Abwehrkraft, Stärke, Macht, Autorität, Tat, Wille, schöpferische Energie

4 ASA, ANSUR, ANSUZ: A; Mund; Gott Odin; Espe; Tarot: der Kaiser; abladend

Eingebungen, Botschaften erhalten, Zeichen, Signale, Kommunikation, Kraft der Asen

5 RIT, RAD, RAIDO: R; Rad, Wagen; Götter Thor, Forseti und Holda; Wacholder; Tarot: der Wagen; aufladend

Reise, Ritt, Bewegung, Veränderung, Beziehungen, Kommunikation, Zyklus

6 KA, KEN, KENAZ: K; Fackel; Götter Freya, Freyr und Heimdall; Kiefer; Tarot; die Liebenden; aufladend

Fruchtbarkeit, Fortpflanzung, Zeugung, Potenz, Wachstum, Erneuerung, schöpferische Kraft, Potential

7 GIFA, GYFU, GEBO: G; Gabe; Buche; Tarot: Lust; abladend

Geschenk, Partnerschaft, Freundschaft, Ehe, Vereinigung, Austausch, Harmonie

8 WYN, WUNJO: W; Wonne; Göttinnen Freya und Hlodyn; Rose; Tarot: die Liebenden, der Stern; aufladend

Glück, Licht, Harmonie, Freude, Frohsinn, Zufriedenheit, Wunscherfüllung

9 HAGAL, HAEGL, HAGALAZ: H; Hagel; Göttinnen Hel und Nehallenia; Hainbuche; Tarot: Glück; aufladend

Naturkräfte, Elementargewalt, Leidenschaft, Wandel, Veränderung, Rad des Schicksals

10 NIT, NYD, NAUDIZ: N; Not; Norne Skuld und Drache Nidhöggr; Stechpalme; Tarot: der Gehängte; abladend

Sorge, Zwang, Schmerz, Stockung, Not-Wendigkeit, Schicksal

11 ISA, IS: I; Eis; Riese Ymir, Eisriesen und Norne Verdandi; Tanne; Tarot: der Eremit; aufladend und abladend

Stillstand, Erstarrung, Zurückgezogenheit, Isolation, Stabilität, Ruhe, innere Erkenntnis, magische Kraft (Zauberstab)

12 JERA, JARA: J; Jahr; Götter Baldur und Tamfana; Ahorn; Tarot: das Aeon; abladend

Vollendung, Ernte, Lohn, Lebenszyklus, Jahreskreis

13 YR, EOH, EIWAZ: Y; Eibe; Götter Odin und Ull; Tarot: Tod; aufladend

Abwehr, Verteidigung, Tod, Transformation, Wiedergeburt

14 PERTH, PEORD, PERTHO: P; Kessel; Göttin Freya; Ulme; Tarot: der Mond; aufladend und abladend

Geheimnis, Verborgenes, Unterwelt, Spiegel der Seele, Mysterien, Transformation, Initiation, Geburt

15 MA, EOLX, ALGIZ: M; Elch; Gott Heimdall und die Walküren; Eiche; Tarot: Ausgleichung; aufladend

Schutz, Verteidigung, Stärke, Gesetz, göttliche Gebote

16 SUNNA, SOWILO: S; Sonne; Gott Baldur; Linde; Tarot: der Turm; aufladend

Licht, Lebenskraft, Energie, Blitz, Erfolg, Glück, Ganzheit

17 TI, TIR, TIWAZ: T; Gott Tyr und Göttin Baduhenna; Esche; Tarot: Der Gehängte; aufladend

Vater, Krieger, Begeisterung, Tatendrang, Erneuerung durch Krisen, das Leben auf den Kopf stellen

18 BERKANA, BEORC: B; Göttin Freya; Birke; Tarot: die Kaiserin; abladend

Wachstum, Fruchtbarkeit, Geburt, Neubeginn, Wiedergeburt, Große Mutter, Natur, Vertrauen, Schutz, Geborgenheit

19 EH, EHWAZ: E; Pferd; Götter Freya, Freyr und Ostara; Weide; Tarot: Kunst; abladend

Entwicklung, Wachstum, Bewegung, Fortschritt, Veränderung, Neubeginn, Harmonie

20 MAN, MANNAZ: M; Mensch; Götter Odin, Freya, Heimdall und Riese Mimir; Erle; Tarot: der Hohepriester; aufladend

Das Selbst, Gemeinschaft, Individuum trifft auf Gott/Universum

21 LAF, LAGU, LAGUZ: L; Wasser; Göttinnen Nerthus und Nehallenia; Haselnuß; Tarot: Kunst, der Stern; aufladend

Läuterung, Meer, das Fließende, Transformation, Harmonie, Ausgeglichenheit

22 ING, INGUZ: NG; Götter Freyr und Ing; Holler; Tarot: die Sonne; aufladend

Vollendung, Fruchtbarkeit, Neubeginn, Transformation, Kontemplation, Inspiration, Kräfte sammeln, Inneres Feuer, "Merkel-Raute"

23 DAG, DAEG, DAGAZ: D; Tag; Götter Heimdall, Loki und Odin; Doppelaxt; Fichte; Tarot: das Universum; abladend

Licht, Hoffnung, Vertrauen, Wandel, Durchbruch, Entschlossenheit, Kraft, Wille, Neuanfang

24 OTHILA, OTHEL, OTHALA: O; Erbe; Götter Odin und Freyr; Apfelbaum; Tarot: das Universum; abladend

Eigentum, Besitz, Heimat, Tradition, Schicksal, Trennung, Rückzug

Buchtipps:

Inanna: Das Runenbuch für Frauen, Verlag Gisela Meussling

Siegfried Grabowski: Die Magie der Kirche, Schirner Verlag

Siegfried Grabowski: Der Heilstrom, Schirner Verlag

Siegfried Grabowski: Die Heilkraft der Wallfahrtsorte, Ohetaler Verlag

Akron und Hajo Banzhaf: Der Crowley-Tarot, Heinrich Hugendubel Verlag