FESTE UND BRÄUCHE IM JAHRESKREIS


Januar: hat seinen Namen vom doppelgesichtigen römischen Gott Janus, dem Schutzgott von Türen und Toren
“Jänner ist ein Holzbrenner.”
“Januar hell und weiß, wird der Sommer heiß.”

1.1. Neujahr: Seit Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 Jahresbeginn. Bis dahin galt der Julianische Kalender mit Jahresbeginn am 1.3.
Das neue Jahr wird mit Neujahrsschießen (Lärm vertreibt böse Geister) und Neujahrssingen begrüßt.
An Neujahr soll das Haus geputzt und aufgeräumt sein, weil sich sonst die Unordnung (auch im übertragenen Sinn) das ganze Jahr hält. Es darf keine Wäsche auf der Leine hängen, weil das Unglück im neuen Jahr bringt.
Beim Neujahrsanblasen gehen Musikanten von Haus zu Haus und überbringen einen musikalischen Neujahrsgruß. Die dabei gesammelten Spenden kommen einem guten Zweck zugute.
An Neujahr soll man kein Geflügel essen, weil einem sonst das Glück davonfliegt.
Die Kinder wünschen vor den Erwachsenen ein gutes Neujahr, weil ein Kinderglückwunsch als besonders segensreich gilt. Es gibt auch den Brauch, dem anderen das Neujahr abzugewinnen und bei einer Begegnung als erstes den Neujahrs-Glückwunsch auszusprechen. Morgens zuerst alten Weibern zu begegnen, soll Unglück bringen.
“Wenn´s um Neujahr Regen gibt, oft an Ostern Schnee noch liegt.”
“Wenn an Neujahr die Sonne lacht, gibt´s viel Fisch in Fluss und Bach.”

4.1. Die Erde kommt der Sonne am nächsten. Weil die Nordhalbkugel der Sonne abgewandt ist, ist es jetzt Winter.
“Wächst der Tag, wächst die Kälte.”

5.1. Letzte Rauhnacht; am Abend vor Heilig Dreikönig wird das Haus zum 4. mal geräuchert. 
Perchtennacht: Frau Percht geht um und besucht mit den Seelen der Kinder, die ungetauft gestorben sind, die Häuser. Als Gastgeschenk stellt man eine Schüssel mit Milch und Weißbrot auf den Tisch.
In der Nacht vor Heilig Dreikönig geweihtes Wasser hält das ganze Jahr.

6.1. Heilig Dreikönig: Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie). Ein Traum hielt die Heiligen Drei Könige auf dem Heimweg von Herodes fern.
Im Frühchristentum wurde neben der Taufe auch die Geburt Christi an dem Tag gefeiert. Im 4. Jahrhundert wurde der Geburtstag auf den 25.12. verlegt, weil an dem Tag der römische Sonnengot Sol invictus gefeiert wurde. Damit hat man diesem heidnischen Fest ein christliches “übergestülpt”.
Sternsinger ziehen als Hl. Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus und wünschen mit Liedern und Versen ein gutes neues Jahr. Umzüge der Sternsinger sind Reste mittelalterlicher Dreikönigsspiele, die in Kirchen und Klöstern aufgeführt wurden. Mit geweihter weißer Kreide schreiben die Sternsinger als Haussegen C+M+B an die Haustüre. Bedeutungen: “Caspar, Melchior und Balthasar” oder “Christus Mansionem Benedicat” oder “Catharina, Margarete und Barbara”, die 3 Frauen unter den 14 Nothelfern; entsprechen den (vor)keltischen Göttinnen Ambet, Wilbet, Borbet. Bayerische Version: “Caspar mogst a Bier?”
Früher wurde ein Drudenfuß als Schutz gegen böse Geister an die Haustüre gemalt.
Mit Dreikini-Raach (Weihrauch) wird das Haus ausgeräuchert, um alles Böse zu vertreiben bzw. fernzuhalten. Die Bannkraft des geweihten Rauches soll Geister und Dämonen von Haus und Stall fernhalten und dafür das Glück einladen. Das Räuchern muß vor dem Gebetsläuten erfolgen, sonst kann eine Hexe in den Stall gelangen. In eine alte Pfanne wird Glut von Karsamstagkohlen gegeben und Weihrauch darauf verteilt. Auch Teile der an Palmsonntag geweihten Palmkatzln und Kräuter aus dem "Frauenbüschl" von Mariä Himmelfahrt werden mit verräuchert. Das gesamte Anwesen wird ausgeräuchert und mittels Rosmarin oder einem Buchszweig mit Weihwasser besprengt. Ein Gebet begleitet dieses Ritual: "Vater unser im Himmel, schütze dieses Haus, Glück herein, Unglück hinaus."
Der Christbaum soll bis Dreikönig abgebaut sein, weil sonst böse Geister kommen.
“Ist Dreikönig hell und klar, gibt es viel Obst in diesem Jahr.”
“Heilig Dreikönig sonnig und still, der Winter vor Ostern nicht weichen will.”

7.1. Das kirchliche Tanzverbot ist aufgehoben

8.1.: St. Erhard, Viehpatron
Lebkuchen-Gebildbrote (Erhardszeltn) werden dem Vieh verfüttert, um es gesund zu erhalten. Auch unruhigen Kindern gibt man Erhardszeltn.  Sie sollen auch gegen Husten helfen.
“Erhard mit der Hack, steckt die Weihnachtstag in Sack.”

9.1.: St. Julian
An dem Tag soll man den Stall nicht ausmisten, weil sonst böse Geister hineinkommen.
“St. Julian bricht das Eis oder er bringt´s mit von seiner Reis.”

14.1.: “St. Paulus klar, gutes Jahr; bringt er Wind, regnet´s geschwind.”

17.1. St. Antonius: “Sautoni”; Mönch und Einsiedler in Ägypten; Beschützer der Schweine, Patron der Korbmacher, Bürstenbinder, Totengräber, Bauern und Metzger; Helfer gegen Viehkrankheiten. 
Wird oft mit einem Schwein dargestellt, weil der nach ihm benannte Antoniter-Orden seine Schweine in den gemeindlichen Eichenwäldern frei herumlaufen lassen durfte (Antoniusschwein). Die Schweine trugen dabei Glöckchen (Antoniusglöckchen) um den Hals.
Wurde um Hilfe gegen das Antoniusfeuer, eine Vergiftung durch den Mutterkorn-Pilz im Roggen, angerufen. Am Antoniustag wurden Wasser und Wein geweiht und den am Antoniusfeuer Erkrankten gegeben. Auch gegen Pest wurde Antonius angerufen.
Das Antoniuskreuz (T- oder Tau-Kreuz) wurde als Amulett gegen Pest und Schlangenbisse getragen.
“Um Antonius nehmen die Tage zu um eine kleine Mönchesruh.”

20.1. St. Fabian und St. Sebastian: Pestheilige; Schutzheilige für Gesundheit und Wohlergehen
Sebastian ist Patron der Sterbenden, Zinngießer, Töpfer, Gerber, Büchsenmacher, Polizisten, Soldaten, Jäger Schützen und Schützenbruderschaften, weil er mit Pfeilen gemartert wurde. Er gilt auch als Patron gegen Viehkrankheiten. Mensch und Tier fasteten früher an diesem Tag.
Pfeile galten als Symbol plötzlicher Krankheiten. Von der Pest glaubte man, dass sie durch Pestengel per Pfeil verbreitet wurde. Da Sebastian durch Pfeile nicht getötet werden konnte, galt er als Patron gegen die Pest. Sebastiansbruderschaften beteten um Schutz gegen die Pest, pflegten Pestkranke und begruben die Verstorbenen. 
Früher wurden als Schutz vor der Pest Sebastianspfeile aus Metall als Amulette getragen. Diese tauchte man in Wein, der am Sebastianstag geweiht wurde.
Zu Sebastian gibt es Prozessionen und Wallfahrten. Das Sebastiansbrot wird gesegnet und verteilt.
In der Sebastianskapelle an der Kirche St. Sebastian in Ebersberg wird in einem Büstenreliquiar die Schädelschale des Heiligen aufbewahrt.
Sebastian als Brezenheiliger: früher wurden nur vom 21.1. bis Palmsonntag Brezen gebacken. 
Wetterlostag; die Sonne wird kräftiger: “Sebastio macht a Lackerl auf d´Bo.”
“An Fabian und Sebastian muss der Saft in die Bäume gahn.”: Säfte beginnen in die Bäume zu steigen. Nach diesem Tag darf kein Baum mehr gefällt werden.

21.1. St. Agnes: Märtyrerin; Patronin der Jungfrauen, Verlobten, Kinder und Gärtner
Die Bienen verlassen das erste mal ihre Stöcke; die ersten Lerchen singen.
Kindern wurden Agnes-Wachsscheiben als Amulette gegen den bösen Blick umgehängt.
“Wenn Agnes und Vinzenz kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen.”

22.1. St. Vinzenz: Beschützer der Holzknechte
“Wie das Wetter um Vinzenz war, so wird´s sein im ganzen Jahr.”

25.1. Pauli Bekehrung: „Pauli Bekehr, der halbe Winter hin, der halbe her.“ Die Mitte des Winters ist erreicht; Lostag für die kommende Witterung.
“Pauli Regen, schlechter Segen.”

26.1.: “Timotheus bricht´s Eis, hat er keins, dann macht er eins.”

30.1.: “Bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Frücht´ und Wein.”

31.1.: “Friert es hart auf Virgilius, im März noch viel Kälte kommen muß.”

Februar: hat seinen Namen von “mensis februaris”, dem römischen Reinigungs- und Sühnefest. Im römischen Kalender war er der letzte Monat; man hängte ihm überzählige Tage als Schalttage an.

1.2. St. Brigitta: 453 in Irland als uneheliche Tochter des Königs Dubtach geboren; irische Nationalheilige. Sie gründete mehrere Klöster u.a. Kildare und wirkte zahlreiche Wunder.
Brigitta  ist Patronin der Bauern, des Viehs, der Land- und Hauswirtschaft, der Wöchnerinnen, Kinder und der Schüler.
Ihr Kult, der auf die altkeltische Quell- und Muttergöttin Brigid zurückgeht, kam durch iroschottische Missionare nach Bayern.
Brigitta ist die Verkünderin des kommenden Frühlings; wichtiger Lostag.
Lichtmessvorabend: ein Drudenfuß aus Wachs wird zur Dämonenabwehr über der Hoftür befestigt. Mit Peitschenknallen wird der Winter ausgetrieben.
“So lange die Lerche vor Lichtmess singt, so lange sie nachher weder singt noch schwingt.”

2.2. Maria Lichtmess: Erinnerung an den Besuch Marias im Tempel zur Reinigung
40 Tage nach Weihnachten.
Ende der Weihnachtszeit; der Christbaum wird abgeräumt.
Beginn des Bauernjahres; die Arbeit wird wieder aufgenommen. 
Schlenklwoche: Knechte und Mägde werden neu eingestellt oder weiter am Hof beschäftigt.
Kerzen und Wachsstöcke werden in der Kirche geweiht. Der rote Wachsstock der Bäuerin hilft Wöchnerinnen, Zauber von Mutter und Kind abzuwehren. Oft befindet sich im Wachs Abdruck eines Drudenfußes gegen Hexerei. Schwarze Wetterkerzen sollen Unwetterschäden abwenden.
Liegt genau zwischen Wintersonnwende und Frühlings-Tag- und Nachtgleiche.
Der Tag wird allmählich länger: „An Weihnachten um einen Hahnentritt, auf Neujahr um einen Männerschritt, auf Dreikönig einen Hirschsprung, auf Lichtmess um eine ganze Stund.“ 
Lostag: da geht der Bär aus seiner Höhle. Wenn es warm ist, geht er wieder zurück, weil es dann noch lange Winter ist. Ist es kalt, bleibt er draußen, weil das Winterende naht. “Wenn´s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.”
Imbolc, Fest der Brigid: Brigid als weiße Göttin der Kelten. Die schöne Lichtjungfrau Brigid erscheint und löst die dunkle Wintergöttin ab. Mit ihr steigen die Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde. Brigid verkörpert die Kräfte des Ostens und des neuen Morgens.
Die Kelten begrüßten Brigid mit einem Feuerfest und machten Orakel.
Brigids Pflanze ist die Schlüsselblume, eine der ersten Frühlingsblumen.
Juno Februata: die Römer feierten an diesem Tag die jungfräuliche Mutter des Mars; Schutzherrin der Liebesleidenschaft. Nach ihr wurde das Liebesfieber benannt „febris“ (= Fieber).

3.2. St. Blasius: armenischer Bischof, Märtyrer; zwei gekreuzte Kerzen als Attribute 
Einer der 14 Nothelfer; Patron der Haustiere, HNO-Ärzte, Blasmusiker, Weber, Hutmacher, Müller.
Hat einem Burschen das Leben gerettet hat, als dieser eine Fischgräte im Hals hatte. Deshalb gilt er als Helfer gegen Halskrankheiten.
Blasiussegen gegen Halskrankheiten wird erteilt (“einblasln”). Der Priester hält zwei geweihte brennende Kerzen kreuzweise vor den Hals des Gläubigen und spricht die Worte: “Durch die Fürbitte des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie dich Gott von Halskrankheit und jedem anderen Übel im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen.”
Am Blasiustag geweihtes Brot wird verteilt, das Mensch und Vieh vor Krankheiten, Äcker vor Fraßfeinden schützen soll. Auch Blasiwasser und -wein gelten als heilkräftig.
Das Winterende naht: “St. Blasius ist auf Trab und stößt dem Winter die Hörner ab.”

5.2. St. Agathe: Märtyrerin; Patronin gegen Feuer und Hungersnot, Schutzheilige der Feuerwehr, der Glockengießer, Bergarbeiter, Glaser. Da bei ihrem Martyrium ihre Brüste herausgerissen wurden, gilt sie auch als Patronin der Frauen und Helferin bei Brustkrankheiten.
Neben Agathabrot und -zettel mit Segensformel werden auch Kerzen geweiht, die gegen Feuer schützen sollen. Das Vieh bekommt vor dem ersten Austrieb Agathabrot als Schutz gegen Brand und Fieber zu fressen. Die Agathazettel, mit denen bei der Weihe das Brot bedeckt wird, werden als Schutz gegen Feuer über Stall- und Haustüren gehängt.
“Ist Agathe klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.”

6.2. St. Dorothea: Märtyrerin; Schutzpatronin der Gärtner, Wöchnerinnen, Frischvermählten, Bierbrauer und Bergarbeiter
Dorothea, Barbara, Margarethe und Katharina sind die "Virgines Capitales", die mächtigen Jungfrauen, wobei sich hinter Barbara, Margarethe und Katharina die Drei Bethen (Ambet, Borbet, Wilbet) verbergen.
 “Bringt Dorothee recht viel Schnee, bringt der Sommer guten Klee.”

9.2. St. Apollonia: Märtyrerin in Alexandria; Patronin gegen Zahnschmerzen
Früher nahm man an, dass Würmer die Zahnschmerzen verursachen, denen man mit Kräutern zu Leibe rückte. Man nahm deshalb die Apolloniawurz (= Blauer Eisenhut - giftig!) als Heilpflanze gegen Zahnweh. 
Gezogene Zähne wurden mit Bändern an Apolloniastatuen aufgehängt.
“Ist´s an St. Apollonia feucht, der Winter sehr spät entweicht.”

12.2.: “St. Eulalia Sonnenschein, bringt viel Obst und guten Wein.”

14.2. St. Valentin: Pestpatron und Helfer gegen Fallsucht (Epilepsie); Patron der Haustiere
Lostag; Blumenschenken stammt von Liebesorakeln her. Valentin wurde angerufen bei Liebeszauber und der Zubereitung von Liebestränken.
“Kalter Valentin - früher Lenzbeginn.”

22.2. Petri Stuhlfeier: Feier der Bischofswürde des Apostels Petrus 
Orakeltag; mit Lärm werden Geister des Frühlings aus dem Winterschlaf geweckt.
„Wenn es zu Petri Stuhlfest friert, so wird´s noch 40 Tage frieren.“

Beginn der bäuerlichen Faschingszeit. Fasching = Fastschank: Ausschenken des Fastentrunkes. 
Der „Unsinnige Donnerstag“ läutet den Fasching ein.
Am „Rußigen Freitag“ schwärzt man sich das Gesicht mit Ruß oder setzt Tiermasken auf, um den Winter zu vertreiben.
Am „Gschmalzenen Samstag“ gibt es Schmalznudeln und Fastenbrezen.
Dem Faschingssonntag und „Damischen Montag“ folgt der Kehraus am Faschingsdienstag, an dem um Mitternacht der „Fasching begraben“ wird. Ursprünglich war dies das Eingraben oder Ersäufen des Winters, dargestellt durch eine Strohpuppe.
Mit dem Aschermittwoch beginnt nach dem Kirchenkalender die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern. Es ist ein Unglückstag, weil an diesem Tag Luzifer aus dem Himmel gestürzt worden ist. Man soll am Aschermittwoch kein Vieh austreiben oder weggeben. Haus und Stall sollen nicht gereinigt werden. Man soll nicht das Dorf verlassen und nicht in den Wald gehen, weil der Teufel unterwegs ist.
In der Kirche macht der Pfarrer den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn als Zeichen der Buße (“einaschln”). Die geweihte Asche soll für Äcker und Wiesen sehr fruchtbar sein.
Beginn der Starkbierzeit: nach dem Motto “Flüssiges bricht Fasten nicht.” ernährten sich die Mönche bis Ostern mit Starkbier.

24.2. St. Matthias: Apostel; nahm die Stelle von Judas ein. Patron der Zimmerer, Schmiede, Metzger, Schneider, Konditoren und Schulkinder; Helfer gegen Keuchhusten, Blattern und Unfruchtbarkeit
Lostag für die Witterung: „Matheis bricht´s Eis; hat er keins, so macht er eins.“
Bäume werden geschüttelt, um die Fruchtbarkeitsgeister zu wecken.
Tag für Liebes- und Glücksorakel
“Nach Matheis geht kein Fuchs mehr übers Eis.”
 
25.2. St. Walburga: um 710 in England geboren; Benediktinerin, Äbtissin in Heidenheim; Pest- und Bauernpatronin, hilft gegen Augenleiden, Schutzheilige gegen Hexen und Zauberer, Beistand der Wöchnerinnen.
Beim Zweiten Vatikanischen Konzil wurde ihr Namenstag vom 1.5. auf den 25.2. verlegt.
Aus dem Reliquienschrein der hl. Walburga in Eichstätt tropft das “Walburgisöl” heraus, das in Fläschchen abgefüllt wird und heilend wirkt.
“Wenn sich St. Walburgis zeigt, der Birkensaft nach oben steigt.”

26.2. “Alexander und Leander bringen Märzduft miteinander.”

März: bei den Römern “mensis Martius”, Monat des Kriegsgottes Mars; Beginn des neuen Jahres; Fastenmonat
“Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen.”
“Der März greift dem Winter ans Herz.”

1.3. Neujahr bei den Römern

3.3. St. Kunigunde: „Kunigund macht warm von unt.“ Beginn der langsamen Bodenerwärmung 
Beginn einer Leberkur mit dem Kunigundenkraut (Wasserdost).

8.3.: “Wenn´s donnert um St. Cyprian zieht man noch oft die Handschuh an.”

15.3.: “Lukretia feucht, bleiben die Kornsäcke leicht.”

10.3.: “Regen, den die 40 Märtyrer senden, wird erst nach 40 Tagen enden.”

12.3. Papst Gregor der Große: Patron der Schulen, Erziehung und des Chorgesangs
Der “Goritag” ist ein Wetterlostag. “Am Gregoritag muß man losn, ob der Wind geht. Wenn es winden tut, wird es noch kalt.”
Bis zur Kalenderreform 1582 war an dem Tag die Tag- und Nachtgleiche: “Gregori macht den Tag gleich der Nacht.”

17.3. St. Gertraud: geb. 626; Äbtissin in Nivelles (Belgien); hilft gegen Mäuse- und Rattenplagen. Patronin der Gärtner, Pilger, Reisenden, Wanderer, Seefahrer, Armen, Witwen und der Krankenhäuser. Bei ihr schlafen die Toten auf ihrer Reise in der ersten Nacht.
Frühlingsbotin; wichtiger Wetterlostag
Die Arbeit im Garten und auf den Feldern beginnt wieder.
Eier, die in der Gertrudsnacht gelegt werden, sind die besten.
Die Frauen verlassen die Spinnstuben: “Gertraud löscht das Licht aus und schneidet den Faden ab.”
„St. Gertraud führt die Kuh zum Kraut, das Ross zum Zug, die Bienen zum Flug.“
“Friert es am Tag von St. Gertrud, der Winter noch zwei Wochen nicht ruht.”

19.3. St. Josef: Patron der Sterbenden
An vielen Orten werden Josefimärkte abgehalten.
Das frisch gebraute Märzenbier wird angezapft.
„St. Josef schlägt den glühenden Pfahl in die Erde.” 

21.3. St. Benedikt: Frühlings-Tag- und Nachtgleiche; Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit; Rückkehr des Lebens wurde früher durch Umzüge und Opfer gefeiert. 
Benediktuskreuz und –pfennig gelten als glücksbringende Amulette.
„St. Benedikt macht Zwiebeln dick.”
Alban Eiller: keltisch; das Vogelfest des Frühlings: morgens ging man hinaus, um nach Zugvögeln zu schauen. Wenn man welche sah, wurde anschließend gefeiert.

24.3. Erzengel Gabriel: Beim “Todaustragn” wird eine Strohpuppe durchs Dorf getragen und anschließend vergraben oder verbrannt. Alter Frühlingsbrauch, der das Ende des Winters anzeigt.

25.3. Mariä Verkündigung: Der Erzengel Gabriel kommt zu Maria und kündigt ihr die Geburt von Jesus an.
Ursprung des Festes waren heidnische Rituale zum Frühlingsanfang.
Das Vieh kommt wieder aus dem Stall.
Die Frühlingsrückkehrer Storch und Schwalbe gelten als Marias Vögel: „Zu Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederum.“

27.3. St. Rupert: erster Bischof von Salzburg, Apostel der Bayern; Schutzpatron der Salzbergwerksleute

29.3.: “Wie St. Berthold gesonnen, so der Frühling wird kommen.”

30.3.: “Wie der Quirin so der Sommer.”

April: lat. “Aprilis” = der “Öffnende”; die Erde öffnet sich und die Natur kommt wieder hervor.
“April, April, der weiß nicht, was er will.”

1.4. Aprilschicken und Scherze: “Am 1. April schickt man den Narren wohin er will.”
Nach altem Volksglauben schlechtester Tag des Jahres. Verräter Judas Ischariot wurde an diesem Tag geboren.
Römer feierten an diesem Tag das Narrenfest mit Streichen.

2.4.: “Sturm und Wind an Rosamunde, bringt dem Bauern gute Kunde.”

5.4.: “Ist St. Vinzenz Sonnenschein, gibt es vielen guten Wein.”

Schmerzhafter Freitag: Freitag vor Palmsonntag; Kräuter, die in dieser Nacht gepflückt werden, sind besonders heilsam.
Palmsonntag: leitet die Karwoche ein; Palmeselprozessionen
Palmenweihe: Palmkatzerl werden durch die Weihe heilkräftig. Bei Gewitter werden einige Zweige ins Feuer geworfen, um vor Schaden zu bewahren. Auch gegen böse Geister und Dämonen sowie Fieber, Zahn- und Kopfschmerzen sollen sie helfen.
Haselnußstecken werden als Schutz vor Unwetter in die Äcker gesteckt.
Wer morgens als Letzter aufsteht, ist der “Palmesel”.
„Palmen im Klee, Ostern im Schnee.“
„Ist der Palmsonntag ein heitrer Tag, für den Sommer ein gutes Zeichen sein mag.“

Ostern: von Ostara, germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin. Hase als Symbol der Fruchtbarkeit und Ei als Urzelle des Lebens.
Wird nach dem Mondkalender am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Höchstes Fest der Christen, an dem die Auferstehung Jesu gefeiert wird.
Gründonnerstag: von greinen = weinen; Jesus feierte mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl.
Die Glocken läuten ein letztes Mal, bevor sie nach Rom fliegen. Mit Ratschen wird viel Lärm gemacht, um Dämonen abzuwehren.
Es wird die Gründonnerstagssuppe mit mindestens 7 Kräutern gekocht. Am Gründonnerstag gelegte Eier (“Antlaß-Eier”) geben besonders viel Gesundheit und Lebenskraft.
“Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer heiß.”
Karfreitag: von althochdeutsch “Kar” = Kummer; stiller Freitag
Strenger Fastentag, an dem früher überhaupt nichts gegessen und getrunken wurde. Heute wird am Karfreitag Fisch, als Symbol für Jesus, gegessen.
Heilkräftigster Tag für Mensch und Tier.
Das Heilige Grab wird in der Kirche aufgebaut. Nachts sind in der Kirche die Hexen sichtbar.
Eier, Brot und Wasser sind an diesem Tag besonders heilkräftig.
An die Stalltür werden gegen Viehseuchen drei Nägel geschlagen.
“Wenn es an Karfreitag regnet, ist die ganze Frucht gesegnet.”
Karsamstag: in der Nacht des Karsamstags geerntete Pflanzen sind besonders heilkräftig.
Osterfeuer wird entzündet; so weit der Feuerschein reicht, strahlen Fruchtbarkeit und Segen aus. 
In der Osternacht wird das Taufwasser geweiht.
Ostersonntag: Ostereier und andere österliche Speisen werden in der Kirche geweiht. Asche vom Osterfeuer wird auf die Felder gestreut.
Ostermontag: Emaustag mit Osterspaziergang

Weißer Sonntag: erster Sonntag nach Ostern. 
An diesem Tag findet in vielen Pfarreien die Erste Heilige Kommunion statt.
Aus den Resten der Osterkerzen vom vorigen Jahr werden “Agnus-Dei-Wachsabdrücke” gemacht und verteilt.

16.4.: “Regnet´s stark zu Albinus, macht´s dem Bauern viel Verdruß.”

23.4. St. Georg: Ritterheiliger; Drachentöter; Wetterherr; Attribute Drachen, Schwert, Lanze
Nothelfer; Viehpatron, Pferdeheiliger; hilft bei Krankheiten von Vieh und Haustieren 
Georgiritte (Pferdewallfahrt) mit Segnungen der Pferde und Reiter.
Feldumgänge und Prozessionen, damit das Gras gut wächst und die Äcker reiche Frucht bringen. Danach dürfen die Wiesen und Felder nicht mehr betreten werden.
“Kommt St. Georg auf dem Schimmel (= Schnee), kommt ein gutes Jahr vom Himmel!”

24.4.: “Wenn´s friert an St. Fidel, bleibt´s 15 Tag noch kalt und hell.”

25.4. St. Markus: mit Beten und Umgängen werden die frisch gebauten Äcker gesegnet.
Das “Markusbrot”, eine Kultspeise, wird ausgegeben. Von ihm leitet sich das Wort Marzipan ab; Markusbrot = Marci panis.
“Ist es vor Markus warm, friert man nachher bis in Darm.”

30.4. Walpurgisnacht: Heilkräuter, die in der Nacht des 30.4. eingebracht werden, haben besondere Heilkraft.
Hexen versammelten sich mit dem Teufel zum unheilbringenden Umtrieb. Man versuchte, die Geister mit Peitschenknallen, Glockenläuten, Schießen und Ausräuchern der Ställe zu vertreiben. An Haus und Hof wurden Kreuze und Kräuterbüschel angebracht und an Türen Kreuzzeichen gemalt.
Schabernack mit Wasser wurde getrieben (Wassereimer auf die Tür stellen etc.); Ursprung: Wasserkult mit Reinigung und Läuterung
Freinacht, in der Unfug getrieben wird.
“Regen auf Walpurgisnacht hat stets ein gutes Jahr gebracht.”
Beltane: bei den Kelten begann jetzt das Sommerhalbjahr; Frühling- und Fruchtbarkeitsfeste mit Freudenfeuern wurden gefeiert. Wie an Samhain steht die Anderswelt offen.
Germanen: in der Nacht zum 1.5. vermählte sich die mütterliche Erdgöttin Freya mit dem Himmelsgott Wodan. Wodan wurden anfangs noch Menschenopfer, später Rinder, Pferde oder Getreide dargebracht. Die Germanen feierten ein großes Fest; im Zentrum stand der Maibaum, der die Fruchtbarkeit der Felder und der Dorfgemeinschaft positiv beeinflussen sollte. Die Mädchen bekamen von ihrem Geliebten einen Hut mit blühenden Blumen. Im „Tanz in den Mai“ klingt noch etwas von diesen Festen nach.

Mai: Marienmonat mit geschmückten Marienaltären, Maiandachten, Prozessionen und Wallfahrten zu Marienkirchen.
“Die erste Liebe und der Mai gehn selten ohne Frost vorbei.”

1.5. Aufstellen des Maibaums; Liebes- und Fruchtbarkeitssinnbild
Ursprung des Maibaums liegt im Schamanismus eurasischer Völker: Symbol des Baumes, der die Verbindung zur jenseitigen Welt herstellt und dem Schamanen den Aufstieg dorthin ermöglicht.
“Windet´s am ersten Mai, dann das ganze Jahr.” 

2.5. St. Athanasius: Kirchenlehrer; Patron gegen Kopfschmerzen

4.5. St. Florian: Schutzpatron der Schmiede und Helfer gegen Feuergefahr; “Heiliger Florian, behüte mein Haus, steck andere an.”
“Der Florian, der Florian, noch einen Schneehut tragen kann.”

1. Sonntag im Mai: Maria Patrona Bavariae, Patronatstag der Gebirgsschützen

8.5. St. Achatius von Byzanz: Märtyrer; Ritterheiliger; Anführer der Zehntausend Märtyrer
Nothelfer; Patron der Soldaten; hilft bei Kopfschmerzen

11.5. St. Mamertus: kalter Vorbote der Eisheiligen
“Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz.”

12.5. – 15.5. Eisheilige: St. Pankraz, St. Servatius, St. Bonifatius, St. Sophie (“kalte Sophie”); bringen noch mal Nachtfrost, Eisregen, Graupelschauer
“Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.”

2. Sonntag im Mai: Muttertag: Mutterkult geht auf Göttin Rhea, die Urmutter der alten Griechen, zurück

16.5. St. Johannes Nepomuk: Schutzherr Böhmens; Patron der Schiffsleute, Brückenheiliger; sichert die Überfahrt.
Wo St. Nepomuk mit dem Kreuz hinweist, wird belastende Bodenstrahlung neutralisiert.
Nepomukszungen als Amulette und Votivgaben; Zeichen für Verschwiegenheit.

25.5. St. Urban: Patron des Weinbaues und der Schäffler
Bittgänge durch die Weinberge finden statt.
“Scheint die Sonne am Urbanitag, wächst guter Wein nach alter Sag.”
Schauerwoche: Woche vor Christi Himmelfahrt ist die Bitt- oder Kreuzwoche mit Flurumgängen und Bittgängen; Bitte um Schutz vor Unwetter und um gute Ernte.

Christi Himmelfahrt: auch Vatertag; wird immer am Donnerstag, dem Tag des germanischen Gottes Donar gefeiert. 
Der Wettersegen wird erteilt. Das zu dieser Zeit blühende Himmelauffahrtsblüml (Bittere Kreuzblume) gilt als Wetterschutz.
An diesem Tag sollen Eschenspäne geschnitten werden als Mittel gegen Wundblutungen. Eine „fliegende Speise“ (Geflügel, Tauben) wird gegessen.
In manchen Kirchen wird eine Christusfigur durch das “Heilig-Geist-Loch” an der Kirchendecke hochgezogen. Die Richtung, in die sie sich am Schluß dreht, zeigt an, woher die ersten Gewitter kommen.
In der Himmelfahrt Christi klingt die Himmelsreise der Schamanen an.

Pfingsten: Griechisch „pentekoste hemera“ = der 50. Tag nach Ostern; der Osterfestkreis endet. Tag, an dem der Heilige Geist die Jünger Christi zu Aposteln des Glaubens machte. Er erschien als Feuerzungen über ihren Köpfen und ließ sie in fremden Sprachen reden.
Die Pfingstwoche gilt als Unglückswoche.
Am Vorabend von Pfingsten werden mit Peitschenknallen und Schießen die Dämonen vertrieben. 
Sieg des Sommers über den Winter wird gefeiert. Bräuche, die mit Wasser zu tun haben: jemanden mit Wasser übergießen etc. Dahinter steckte der Glaube, dass jedes Gewässer alljährlich sein Opfer fordere. Um sie gnädig zu stimmen, brachte man den Gewässern im Frühjahr Opfer dar. 
Der Pfarrer spendet den großen Wettersegen und bittet um eine gute Ernte. Mit an Pfingsten geweihtem Wasser werden Wiesen und Felder besprengt, um sie vor Hagel zu schützen.
Die uralten Frühlingsfeiern gingen in die christlichen Feste Ostern und Pfingsten ein.
Am Pfingstmontag werden Freunde und Verwandte besucht. Es finden Pferdeumritte mit Segnung der Pferde statt.
“Nasse Pfingsten - fette Weihnachten.”

Dreifaltigkeitssonntag: Trinitatis; Sonntag nach Pfingsten; die Heilige Dreifaltigkeit Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist wird gefeiert

Fronleichnam: mittelhochdeutsch “Vronlichnam” = “Leib des Herrn”
Wird immer am zweiten Donnerstag (Donar!) nach Pfingsten gefeiert. Fest geht auf eine Vision der Nonne Juliana von Lüttich (1192 bis 1258) zurück.
Prozession mit Austragen des „Leibes des Herrn“, der in der geweihten Hostie anwesend ist. Die Erstkommunionkinder gehen in ihrem Kommunionsgewand beim Umzug mit.
Bei Prozessionen über die Felder wird der Wettersegen erteilt. In manchen Gegenden werden Schiffsprozessionen auf Seen oder Flüssen durchgeführt.
Kräuter und Blumenschmuck der Fronleichnamsaltäre gelten als segenskräftig. 
Geweihte Hostien werden gegen Hochwassergefahr in Flüsse geworfen.
Antlaßtag: Tag, an dem die Sünden entlassen werden.
“Wieviel Tage vor Fronleichnam Regen, soviel Tage hinterher.”

30.5.: “St. Wigand, dieser böse Tag, zuletzt noch Nachtfrost bringen mag.”

Juni: nach der römischen Himmelsgöttin Juno benannt, der Gattin Jupiters; Beschützerin von Ehe und Geburt..

2.6. St. Erasmus: Bischof von Antiochien; Attribute Bischofsstab und Seilwinde
Nothelfer; hilft bei Bauchschmerzen und Unterleibserkrankungen; Patron der Seefahrer, Schiffsreisenden, Schuster und Drechsler
“An Erasmus viel Donner, verkündet trüben Sommer.”

8. - 18.6. Schafskälte: oft kommt Mitte Juni Polarluft. Die Schafe haben zu dieser Zeit ihre erste Schur und müssen dann frieren - daher der Name.
“Die Schafskälte nun dauert, dann die Wärme wieder lauert.”

13.6. Antonius von Padua: Kirchenlehrer; entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie
Wetterheiliger, schützt Haus und Hof vor Unwetter. 
Hilft, Verlorenes zu finden (“Gschlampert Toni”)
Patron der Armen, Sozialarbeiter, Liebenden, Eheleute, Frauen, Kinder, Bäcker, Bergarbeiter, Schweinehirten, Reisenden, Schiffbrüchigen; hilft bei Unfruchtbarkeit und Viehkrankheiten, für gute Entbindung und reiche Ernte.
Am Antoniustag wurde Brot gesegnet, das als heilkräftig galt und nicht schimmelte. Auf vielen Opferstöcken in Kirchen steht heute noch “St.-Antonius-Brot für die Armen”.
Im Segen des Antonius wird er angerufen zur Abwehr von bösem Zauber, bei Anfeindungen des Teufels und gebietet Dämonen Einhalt: 
Ecce Crucem Domini!
Fugite partes adversae!
Vicit Leo de tribu Juda,
Radix David! Alleluia!
zu deutsch:
Sehet das Kreuz des Herrn!
Fliehet ihr feindlichen Mächte!
Gesiegt hat der Löwe vom Stamme Juda,
Davids Sohn! Halleluja!

15.6. St. Vitus: Märtyrer; Attribute Hahn und Ölkessel
Nothelfer; Bauernheiliger; hilft bei Geisteskrankheiten
Nacht davor ist Freinacht, in der Unfug getrieben wird
Es wird damit begonnen, Holz fürs Johannis- oder Sonnwendfeuer zu sammeln.

24.6. Johannes der Täufer: der Schutzpatron der Viehherden und Hirten; Namensgeber von Johannisbeere und Johanniskraut, da er sie gesegnet und gegessen haben soll. 
Jetzt entwickelt das Johanniskraut seine größte Kraft. Es wird als Schutz gegen böse Geister über Türen gehängt und bei Unwettern damit geräuchert.
Der Brunnen wird mit Brot gefüttert, damit er nicht versiegt.
“Spargelsilvester”: nach diesem Tag soll kein Spargel mehr gestochen werden.
Es kann nochmal kalt werden: “Johannis tut dem Winter wieder die Türe auf.”
“Wie´s Wetter an Johanni war, so bleibt´s wohl 40 Tage gar.”

Sonnwend- und Johannisfeuer als alte Heils- und Reinigungsfeuer für Mensch und Tier. Nachbildungen der Sonne aus Stroh oder Holz sollen sie dazu bringen, der Erde ihre Kraft zu geben. Brennende Holzscheiben oder Räder werden durch die Luft geschleudert und von Bergen in die Täler gerollt. Damit soll der Segen der Sonne auf Dörfer und Äcker, auf Menschen und Tiere herabbeschworen werden. Den Flammen des Feuers wird reinigende Kraft zugeschrieben, die die Luft von krankmachenden bösen Geistern befreit. Auch das Springen über das Feuer soll Krankheiten auslöschen. Auch dient es als Heiratsorakel: wenn sich ein junges Paar beim Sprung über das Feuer nicht losläßt, deutet das auf eine baldige Hochzeit hin. An manchen Orten wird im Johannisfeuer der “Hansl” verbrannt.
Alban Hefyn: so nannten die Kelten ihr Fest zur Sommersonnenwende

26.6. Johannes und Paulus: Wetterpatrone
An diesem Tag werden die Wetterkerzen zur Abwendung von Unwettern geweiht.

27.6. Siebenschläfer: 7 junge Christen wurden während der Christenverfolgung in einer Höhle bei Ephesos eingemauert. Dort schliefen sie 200 Jahre lang. Als sie entdeckt wurden, wachten sie auf, bezeugten ihren Glauben an die Auferstehung der Toten und starben.
Schutzpatrone der Schiffsleute; helfen bei Fieber und Schlaflosigkeit
Eisenkraut gegen Kopfschmerzen und Schlafsucht soll an diesem Tag geerntet werden.
Wetterlostag: Wie das Wetter an Siebenschläfer ist, soll es 7 Wochen lang sein. Bei der gregorianischen Kalenderreform wurde der Tag meteorologisch auf den 7.7. gelegt. 
“Ist der Siebenschläfer nass, regnets ohne Unterlass.”

29.6. Peter und Paul: Wetterpatrone; schützen vor Hagel und bringen den Feldern reiche Ernte
Schutzheilige der Metzger, Glaser, Schreiner, Weber, Maurer, Schiffer, Fischer Korbmacher, Sattler; helfen gegen Schlangenbisse, Besessenheit, Epilepsie, Tollwut, Fieber
Tag der Priesterweihe
Oft ist schlechtes Wetter zu der Zeit: “Peter und Paul hat Wasser im Maul.”
Peterlfeuer: auf Hügeln werden Feuer mit Reisig angezündet, es wird um das Feuer getanzt und gefeiert. Im Feuer wird der “Peterl” verbrannt. Auch das alte heidnische Feuerspringen (= Reinigung) ist Brauch.

Juli: nach Gaius Julius Caesar benannt; führte den Julianischen Kalender ein

2.7. Mariä Heimsuchung: erinnert an den Tag, als Maria ihre Verwandte Elisabeth besuchte. 
An Mariä Heimsuchung wird es oft kühl und regnerisch, deshalb “Maria-Eintropfentag”.
Wetterlostag: „Regnet´s an Mariä Heimgang, regnet´s noch vier Wochen lang.“ Beginn der sommerlichen Gewitterzeit. Rosenkränze und Haselzweige werden ans Fenster gehängt, um alle Unwetter abzuwenden.

4.7. St. Ulrich: dem St. Ulrich geweihte Brunnen versiegen auch in heißesten Sommern nie. Ulrichsbrunnen- und Kapellen stehen meist auf keltischen Kultplätzen. Die keltisch-germanische Vorstellung, dass göttliche Wesen Quellen und Brunnen beschützen, übertrug das Christentum auf den Heiligenkult.
“Regen an St. Ulrichstag macht Birnen wurmstichig und mad.”

7.7. St. Willibald: Gründer der Klöster Eichstätt und Heidenheim
Umritte, Pferderennen und Rossmärkte werden zu seinen Ehren abgehalten.

8.7. St. Kilian: Schutzpatron der Flüsse; hilft bei Rheuma und Gicht.
Wasser aus Kiliansbrunnen soll Augenleiden heilen.
Gläubige kriechen durch eine Höhlung im Kiliansgrab (Würzburg). Geht auf die vorchristliche Sitte zurück, durch Spalten heidnischer Kulträume zu kriechen und sich Gesundheit zu erbitten.
“Kilian der heilige Mann, stellt die ersten Schnitter an.”

13.7. Heinrich: Feldumgänge gegen Hagel werden gemacht.

16.7.: Skapulierfest; Skapuliertücher mit geweihten Kräutern halten Krankheiten fern

19.7. “Vinzenz Sonnenschein füllt die Fässer mit Wein.”

20.7. St. Margarete: aus Antiochien; mit dem Drachen (Wurm) als Attribut
“Barbara mit dem Turm, Margarete mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.”
Nothelferin; Patronin der Bauern, Hirten und Senner
Hilft bei allen Themen rund um Schwangerschaft und Geburt; entspricht der (vor)keltischen Mondgöttin Wilbet (siehe “Drei Bethen”). 
Frauen, die schöne Kinder bekommen wollen, pilgern zu Maragretenkirchen.
Die ganze Woche gilt als unheilvolle „Margaretenwoche“ 
Regen an diesem Tag ist ein schlechtes Erntezeichen: „Regen am Margaretentag sagt dem Hunger guten Tag.“

22.7. St. Magdalena: Patronin der Bader und der Büßerinnen
Magdalena-Bilder werden gegen Unwetter unters Dach gestellt.
An diesem Tag soll man tränende Augen an heilkräftigen Magdalensquellen mit dem Ringfinger waschen.
Flecken auf dem Mond sollen Tränen der Magdalena sein.
“Regnets am Magdalenentag, so folgt gewiß mehr Regen nach.”

23.7. Beginn der Hundstage (bis 23.8.): Name kommt vom Hundsstern (Sirius) im Sternbild des Großen Hundes. Er geht ab Ende August morgens vor der Sonne auf und ist deshalb gut zu sehen. Durch die Präzession sehen wir den Hundsstern erst ab Ende August. In antiker Zeit war dies 4 Wochen früher.
Bei den Ägyptern und Römern galt der Frühaufgang des Hundssterns als gefahrbringend für Mensch, Vieh und Felder.
„Hundstag hell und klar, deuten auf ein gutes Jahr.“
“Was die Hundstage gießen, muß die Traube büßen.”

24.7. St. Christopherus: griech. “Christusträger”; Märtyrer; einer der 14 Nothelfer. Patron der Reisenden, Pilger, Schiffer, Flößer, Kraftfahrer und Fahrzeuge. Die Rettungshubschrauber des ADAC und der bayerische Lebensretter-Preis tragen seinen Namen.
Christopherus trug das Jesuskind über einen reißenden Fluss. Sein Bild ziert oft Haus- und Kirchenwände, Tore und Türme. Dem zugrunde liegt die Vorstellung, dass denjenigen, der morgens ein Bild von Christopherus gesehen hat, an diesem Tag kein plötzlicher Tod ereilt. Vor allen in Zeiten von Seuchen und Kriegen war Christopherus ein beliebter Heiliger. Christopherus wird auch um eine gute Sterbestunde angerufen.

25.7. St. Jakob: Pilgerpatron und Wetterherr; Beschützer des Getreides und der Flüsse.
Wenn bei klarem Wetter weiße Wolken aufziehen, deutet dies auf einen guten Winter hin. Die Milchstraße wird oft als „Jakobsstraße“ bezeichnet.
Almbesuchstag, an dem die Bauern auf ihre Almen gehen und sich ihr Vieh besehen. Jakobibeeren (Heidelbeeren) sind zu dieser Zeit sehr heilkräftig. 
An diesem Tag soll man die Wegwarte ernten.
Perubalsam wird auch als Jakobsbalsam bezeichnet.
Die ersten Trauben und Birnen nennt man Jakobitrauben und –birnen.
Zu Jakobi reitet der Bilmesschneider (ein haariger Dämon mit Sicheln an den Füßen) durch die Getreidefelder und mäht sog. „Bilmesstreifen“ aus dem Korn.
“Ist es hell am Jakobitag, viel Frücht man sich versprechen mag.”

26.7. St. Anna: Mutter der Maria; Patronin der Ehe- und Hausfrauen, Mütter, Schwangeren, Witwen, Armen u.v.m. Besonders als Patronin der Bergleute und -werke wird Anna verehrt. Anna wird als Beschützerin gegen Gewitter angerufen.
Anna Selbdritt: Darstellung von Anna, Maria und Jesus; dahinter verbirgt sich die dreigestaltige Göttin bzw. die Drei Bethen
"Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."

27.7. St. Pantaleon: Märtyrer; Arzt
Bekam bei seiner Hinrichtung die Hände auf den Kopf genagelt
Nothelfer; Patron der Ärzte und Hebammen; hilft bei Kopfschmerzen

31.7. St. Ignatius: Ignatius von Loyola
Tag der „Alm-Kirta“, die mit Tanzmusik auf den Almen gefeiert wird.
Der Samen aus der Ignatius-Bohne galt als Mittel gegen die Fallsucht (Epilepsie). „Ignatius-Wasser“ als Magenelixier und gegen Pest.
„Ignatius-Häuberl“ wurde bei Kopfschmerzen aufgesetzt.

August: nach römischem Kaiser Augustus benannt
“Ist der August regenfrei, bleibt im Winter vom Schnee nichts frei.”
Der Herbst naht: “Laurenti am Spitz und Bartholomä am Zaun, um Gall im Stall und überall.”

1.8. Petri Kettenfeier: erinnert an die Gefangenschaft des Hl. Petrus
Bei den Römern war es der Festtag zu Ehren von Kaiser Augustus
An dem Tag soll Luzifer in die Hölle verdammt worden sein.
Gilt als Unglückstag; wer an ihm geboren ist, soll Hexen und Geister sehen können und früh sterben. Als Schutz wurden Vogelbeerenzweige an Haus und Stall angebracht.
Lughnasadh: mit diesem Erntefest feierten die Kelten den Beginn der Erntezeit. Lugh ist der keltische Sonnengott.

5.8. St. Oswald: geb. 604 in Northumbria; gründete das Kloster Lindisfarne. Viehpatron; Herr der Schnitter und Mahder. 
Oswald hat einen Raben als Krafttier und das Sonnensymbol auf der Brust. Oswald-Legende ist im Ursprung keltisch. Hat Aspekte des Sonnengottes Lugh; bei beiden verwesen abgeschlagene Körperteile nicht. Der Tod hat keine Macht über einen Sonnengott.
Rübenheiliger: erinnert an das rechtzeitige Aussäen von Rüben.
Schauerkreuze gegen Hagelschlag werden aufgestellt. 
Wasser aus Oswaldsbrunnen soll gegen Gicht helfen.

5.8. Mariä Schnee: der Tag erinnert an die Feier der Neueinweihung der Basilika S. Maria Maggiore in Rom am 5.8.432. Die Kirche ist an diesen Platz gebaut worden, nachdem es durch Marias Einwirkung im August dort geschneit hat (Schneewunder).
Maria bewahrt vor Wassernot und gilt als Beherrscherin der Wolken. „Regen an Mariä Schnee, tut den Kornähren weh.“

8.8. St. Dominikus: Gründer des Dominikaner-Ordens
“Hitze an Dominikus, ein strenger Winter kommen muß.”

8.8. St. Cyriacus: Diakon in Rom;  Märtyrer; angeketteter Teufel als Attribut
Nothelfer; Patron des Weinbaus; hilft gegen böse Geister und Besessenheit und beschützt Sterbende 

10.8. St. Laurentius: Diakon in Rom; Märtyrer, der auf einem glühenden Rost verbrannt wurde
Patron aller Berufe, die mit Feuer zu tun haben .
Gesegnete “Laurentiuskohlen” schützen vor Feuer. An diesem Tag war das Anzünden von Feuer im Haus verboten.
Früher wurde “Laurentiusbrot” gesegnet und an Arme ausgegeben.
Am Himmel sind bei klarem Wetter Sternschnuppen zu sehen: “Laurentiustränen”
Der Herbst kündigt sich an; ab jetzt werden Feldfrüchte für den Herbst angebaut.
Rübenheiliger: erinnert wie St. Oswald an das rechtzeitige Aussäen von Rüben.
Der Saft geht aus den Bäumen. 
„Auf Laurenzi reife Trauben, lassen an gute Weine glauben.“
“Ist´s von Petri bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß.”

15.8. Mariä Himmelfahrt: erinnert an die Aufnahme Marias in den Himmel. In ihrem Grab sollen die Apostel zahlreiche Blumen und Kräuter gefunden haben.
„Großer Frauentag“; Beginn des „Frauendreißiger“ bis zu Mariä Namen am 12.9.
Der Brauch geht auf die germanische 30-tägige Fastenzeit zurück, die als Toten- und Fruchtbarkeitsopfer anlässlich der Erntefeste gehalten wurde. Da die Erntefeste germanischer Stämme auf den 15.8. fielen, hat man bei der Christianisierung den Todestag Marias darauf gelegt.
Maria wird als Schützerin der Feldfrüchte verehrt. Marienbilder, die die Muttergottes in einem blauen, mit goldenen Ähren geschmückten Gewand darstellen (Kornmutter, Ährenkleidmadonna). 
Während des „Frauendreißiger“ verlieren alle Gifte in Tier und Pflanze ihre Schärfe. Die Heilkraft dagegen wird dreifach gesteigert. Am 15.8. blühen die Kräuter am schönsten.
„Wurzweihtag“: In der Antike stellte man Heilpflanzen in Bezug zu Naturgottheiten.  Im 8. Jahrhundert wollte die Kirche diesen heidnischen Brauch verbieten. Man übertrug die Kräuterweihe auf Maria Himmelfahrt und machte daraus einen katholischen Brauch. Kräuter werden zur Weihe in die Kirche gebracht. Früher wurden 77 verschiedene Kräuter um eine Königskerze herum zu einem Strauß gebunden, heute sind es 9, 15 oder 21. Obligatorisch sind: Johanniskraut, Tausendguldenkraut, Meisterwurz, Wermut, Schafgarbe, Wohlmut, Pfefferminze, Kamille, Holunder. Der geweihte Kräuterstrauß wird im Herrgottswinkel aufbewahrt. Bei drohendem Gewitter werden einzelne Kräuter ins Herdfeuer gegeben. 
“Dreißigstoar” sind Eier die zur Zeit des Frauendreißiger gelegt werden. Wenn man sie in Sand aufhebt, faulen sie nicht und halten bis zum Winter.
Der Hochsommer neigt sich dem Ende zu.
“Leuchten vor Mariä Himmelfahrt die Sterne, dann hält sich das Wetter gerne.”

16.8. St. Rochus: Viehheiliger, Pestpatron; hilft bei Hautausschlägen, Wunden und Seuchen; litt selbst an der Pest und wurde davon geheilt.
“Wenn Sankt Rochus trübe schaut, kommt die Raupe in das Kraut.”

24.8. St. Bartholomäus: Apostel und Märtyrer
Ende der Hundstage; es fängt an zu herbsteln. Die Getreideernte endet, die Obsternte beginnt.
Ende der Almzeit auf den Hochalmen; das Vieh wird auf die Niederalmen getrieben und bleibt dort bis zum Almaabtrieb im Herbst.
Sankt Bartholomäus knickt den noch nicht geschnittenen Hafer.
Schäfer- und Fischerfeste und Jahrmärkte finden an vielen Orten statt. 
Die Fische hören auf, in die Länge zu wachsen und legen nur mehr in der Dicke zu.
„Ist an Barthlmä der Himmel offen, wollen wir auf gutes Herbsten hoffen.“

28.8.: “An Augustin gehen die warmen Tage dahin.”

September: nach dem römischen Kalender der siebte Monat = septem

1.9. St. Ägidius: Mönch und Einsiedler; hat Hirschkuh als Begleiterin
Nothelfer; Patron der stillenden Mütter und der Armen; Brot wird an die Armen verteilt
Der Bilmesschneider reitet an diesem Tag auf einem Bock herum.
Der Herbst beginnt; Wetterlostag: „Wie an St. Ägidius, 4 Wochen das Wetter bleiben muss.“

6.9. St. Magnus: Apostel des Allgäus
Helfer gegen Mäuseplagen; früher wurde sein Stab durch die Felder um Füssen herum getragen, um das Ungeziefer zu vernichten.

7.9.: “Ist Regine warm und wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig.”

8.9. Mariä Geburt: „Kleiner Frauentag“ 
Das letzte Korn wird eingebracht. An die Hoftür wird ein Büschel von drei Ähren genagelt. Es dient als Opfer und zur Dämonenabwehr.
Zeit des Almabtriebs.
Ab diesem Tag verkriechen sich die Schlangen.
An diesem Tag soll man Brombeeren ernten.
„Zu Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt.“

12.9. Mariä Namen: Ende des Frauendreißiger
Früher durften die Armen an diesem Tag das auf den Feldern liegengebliebene Korn aufsammeln.
“An Mariä Namen sagt der Sommer Amen.”

13.9. St. Notburga: Bauernmagd aus Rattenberg in Tirol; Volksheilige.
Patronin des Feierabends, der Trachtler, Bauern, Schnitter, Mägde und Kindermädchen, Helferin für eine gute Geburt und bei Viehkrankheiten
In ihr verbirgt sich die alte Muttergöttin;  mit den Attributen Sichel und Ähren ist sie die Korngöttin. Sie wollte dort begraben werden, wo ein Ochsenkarren mit ihrem Leichnam anhält. Die Ochsen durchquerten den Inn, der sich teilte und hielten schließlich in Eben am Achensee an. Dort beerdigte man sie in der Rupertikirche. Ihr zu Ehren findet jeden Sonntag nach ihrem Namenstag eine große Prozession in Eben statt.

14.9. Kreuzerhöhung: Beginn des “Annadreißigst”
Die drei schönsten Getreideähren werden mit bunten Bändern um eine Kerze gebunden und in einer Feldkapelle geopfert.
"Ist es hell am Kreuzerhöhungstag folgt ein strenger Winter nach."

20.9. St. Eustachius: Märtyrer; Ritterheiliger; Nothelfer; Patron der Förster und Jäger; hilft in schwierigen Lebenslagen
Attribute Pfeil, Bogen und Fahne mit Hirsch drauf, der ein Kreuz zwischen den Geweihstangen trägt. Legende: auf der Jagd ist ihm ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih erschienen. Daraufhin trat er zum Christentum über.

21.9. St. Matthäus: Evangelist und Apostel, Patron der unheilbar Kranken
“Wenn Matthäus freundlich schaut, man auf gutes Wetter baut.”

23.9. Herbst-Tag- und Nachtgleiche: die Kelten feierten jetzt ihr Erntedankfest Alban Eluen
“Stellt sich am Herbstanfang viel Nebel ein, wird viel Schnee im Winter ein.”

26.9. St. Cosmas und Damian: Zwillingsbrüder und Ärzte aus Kleinasien; behandelten die Kranken kostenlos; Schutzpatrone der Ärzte, Bader, Apotheker
“St. Cosmas und St. Damian fängt das Laub zu färben an.”

29.9. St. Michael: Erzengel; kämpft gegen alle dunklen Mächte; Begleiter im Totenreich. In ihm klingt der alte Gott Wodan an. 
St.-Michaels-Kapellen stehen meist auf alten heidnischen Kultplätzen. 
Seelengottesdienste werden gehalten. 
Die Tage werden deutlich kürzer: „Michael zündet´s Licht an und schneidet den Tag ab.“ 
An vielen Orten werden Michaelimärkte abgehalten. Die Gebirgsschützen machen Umzüge
Spätestens jetzt soll das Vieh von den Almen gebracht werden. Beim Almabtrieb werden dem Vieh Aufstecker mit Tannen- oder Wacholderzweigen, Papierrosen, Isländisch Moos und Flittergold aufgesetzt. Dazu kommen kleine Spiegel, die alle Dämonen auf dem langen Weg von der Alm zum heimischen Hof fernhalten sollen. Die verlassenen Hochalmen werden von den „Kasermandln“ (kleine Almgeister) bewohnt.
Wetter- und Lostag: “Gibt Michaeli Sonnenschein wird es in zwei Wochen Winter sein.”

Oktober: nach dem römischen Kalender der achte Monat = octo

Goldene Samstage: drei Samstage nach Michaeli (29.9.); zu Ehren Mariens werden “goldene Messen” mit besonderen Gebetstexten gelesen

1.10. Erntedankfest: geht auf die Germanen zurück. Die letzte Garbe bleibt als Opfer auf dem Acker stehen. Mit Übergabe der Erntekrone beginnt das Erntefest mit Essen, Scherzspielen und Tanz; geht auf alte Fruchtbarkeitszeremonien zurück. 
Antike: Ernteumzüge mit geschmückten Opfertieren.

6.10.: “St. Bruno, der Karthäuser, läßt Fliegen in die Häuser.”

9.10.: St. Dionysius: erster Bischof von Paris; trägt seinen abgeschlagenen Kopf auf seinen Händen
Patron der Schützen; hilft bei Halskrankheiten und Kopfschmerzen
“Donisl naß, Winter naß.”

13.10. St. Koloman: irischer Pilger; Pestpatron. In ihm klingt der alte Gott Wodan an.
Die ihm geweihten Quellen gelten als heilkräftig. Seine Kirchen stehen oft auf alten Kultplätzen (“Betbergen”) und haben gute Wetterglocken.

15.10.: Zu Theres beginnt die Weinles.”

16.10. St.Gallus: Mönch aus Irland; verstarb in der Schweiz. Aus seiner Mönchszelle entstanden das Kloster und die Stadt St. Gallen.
Beginn der kalten, nassen Jahreszeit. Schlachtzeit mit Schlachtfesten.
„Nach St. Gall bleibt die Kuh im Stall.“
„St. Gallen lässt den Schnee fallen.“

18.10. St. Lukas: Evangelist und Arzt, Patron der Metzger 
Lukaszeltn helfen bei Husten.
“Ist St. Lukas mild und warm, kommt ein Winter, dass Gott erbarm.”

3. Sonntag im Oktober Kirchweih: Erinnerungsfest an die Kircheneinweihung. Neben Gottesdiensten gibt es ein Volksfest und oft auch einen Markt.
Geht auf germanisches Sippenfest im Herbst zurück; Abschluss der Weidezeit mit kultischen Feiern und gerichtlicher Volksversammlung.

20.10. St. Wendelin: Schutzpatron der Hirten und des Viehs
Bilder von ihm werden überm Stalleingang und unter dem First der Scheune aufgehängt; schützt Vieh vor Krankheiten und Seuchen
“St. Wendelin verlaß uns nie - schirm unsern Stall, schütz unser Vieh.”

21.10. St. Ursula: Märtyrerin; Königstochter aus England
Beginn des „Altweibersommers“
Fliegende Spinnfäden gelten als glücksbringend (Marienseide, Liebfrauenfaderl)
Zeit der Weißkohlernte: “Ursula bringt´ s Kraut herein, sonst schneien Simon und Juda drein.”

24.10. Raphael: Erzengel, Engel, der für Heilung zuständig ist, Patron der Reisenden

28.10. Simon und Judas: Grenze zwischen Sommer und Winter; guter Wallfahrtstermin, aber auch Unglückstag. An vielen Orten werden Simon-und-Judäi-Märkte abgehalten.
“Wenn Simon und Judas vorbei, ruckt der Winter herbei.”

31.10. St. Wolfgang: Bischof, Wetterherr, Viehpatron, Beschützer der Hirten und Holzknechte
St. Wolfgang vermochte heilkräftige Quellen aus dem Fels zu schlagen (Rutengeher); heilkräftige Wolfgangsbrunnen.
Amulett von St. Wolfgang (“Wolfgangihackl”) soll vor Krankheiten schützen.
Früher kroch man in Wolfgangskapellen durch Erd- und Steinlöcher, um gegen Krankheiten gefeit zu sein. 
“St. Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voll Segen.”

November: nach dem römischen Kalender der neunte Monat = novem

31.10.-1.11. Allerheiligen: Die Sonne steht im Zeichen Skorpion = Tod, Transformation. Die Sonne „stirbt“ und wird zur Wintersonnenwende neu geboren. Die Natur zieht sich zurück in den Schoß von Mutter Erde, die Tiere beginnen den Winterschlaf. Die dunkle Zeit beginnt. Bis zum 8.11. ist die sog. „Seelenwoche“.
Man gedenkt der Verstorbenen und besucht die Gräber, um ihnen die Ehre zu erweisen. Die Grableuchten erinnern an die Lichter, mit denen man den Ahnen den Weg weist. Früher wurden Brot, Wein und Bohnen für die „armen Seelen“ auf die Gräber gestellt. Seelenbrote oder -zöpfe werden an Bedürftige und Patenkinder ausgegeben.
Samhain: nach dem keltischen Kalender Winteranfang; heißt wörtl. „Sommers Ende“. Beginn des dunklen Halbjahres und keltisches Silvester. Grenze zwischen den Welten ist wie an Beltane offen. Ahnen wandeln in dieser Nacht auf der Erde, um ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu weisen, stellte man Lichter in die Fenster. Außerdem legte man Speisen und Getränke für die Ahnen und Geister raus.
Halloween: „All Hallows Eve“; amerikanische Variante; von irischen Einwanderern eingeführt. Kürbisse mit Fratzengesichtern sollen böse Geister vertreiben. Kinder verkleiden sich als Gespenster und sammeln Geschenke. Wer nichts gibt, wird von bösen Geistern heimgesucht.
“Hat Allerheiligen Sonnenschein, wird Martini um so kälter sein.”

2.11. Allerseelen: es wird für alle Verstorbenen gebetet; dadurch soll ihr Aufenthalt im Fegefeuer verkürzt werden. Auf den Gräbern werden Seelenlichter angezündet, um böse Geister zu vertreiben. Früher wurden Wein und Brot als Seelenspeise auf die Gräber gelegt.

3.11. St. Hubertus: Bischof in Maastricht und Lüttich; Patron der Jäger und Förster; Beschützer vor Tollwutverletzungen. 
Hubertusmessen mit Jagdhornblasen werden abgehalten. Früher opferten die Jäger die erste Jagdbeute Hubertus.
 “Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt´ s den ganzen November weiß.”

6.11. St. Leonhard: Heiliger Leonhard von Limoges, Einsiedler und Abt; Kette, Pferde und Ochsen als Attribute
Schutzheiliger des Viehs, der Pferde, Gebärenden und Gefangenen. In ihm klingt der alte Gott Wodan an.
Wie bei allen Viehheiligen (St. Oswald, St. Wendelin) stehen die ihm geweihten Kirchen meist auf Anhöhen mit alten heidnischen Opferplätzen und Kultstätten.
Früher ritten Bauern dreimal in wildem Galopp um das Leonhardsheiligtum und opferten Votivgaben.
Seit 19. Jahrhundert Leonhardiritt (Pferdewallfahrt) mit Tiersegnungen: Wägen und Pferde werden festlich geschmückt. Lautes Peitschenknallen im Takt soll Dämonen vertreiben. Ursprung: Altgermanischer Brauch der Weihefahrt mit Weihepferden zu Ehren Göttervaters Wodan. Das Pferd war bei den Germanen ein heiliges Tier.
“Nach der vielen Arbeit Schwere, an Leonhardi die Rösser ehre.”

11.11. St. Martin: Heiliger Martin von Tours; Hirten- und Viehpatron (bes. Pferde).
Mit St. Martin beginnt die Schneezeit; das Vieh muss jetzt endgültig in den Stall. Der Dorfhirte bekam seinen Hüterlohn.
Martinstag liegt am Beginn einer 40-tägigen Fastenzeit bis Weihnachten. Am letzten Tag vor der Fastenzeit konnte man noch mal schlemmen. 
Beginn des rheinischen Karnevals am 11.11.
Tag des Zehnts (Steuern wurden fällig); wurden früher in Naturalien bezahlt, u.a. mit Gänsen = Martinsgans 
St.-Martins-Zug mit Reiter, Kinder mit Laternen, Martinslieder werden gesungen, Weckmann aus Hefeteig, Martinskrapfen.
“St. Martin setzt sich schon mit Dank zum warmen Ofen an die Bank.”

21.11. Mariä Opferung: guter Haarschneidetag

22.11. St. Cäcilie: Patronin der Musik, der Musiker und Geigenmacher; Cäcilienmessen und -konzerte werden abgehalten

23.11.: “St. Klemens uns den Winter bringt.”

25.11. St. Katharina: Katharina von Alexandrien; zerbrochenes Folterrad als Attribut
“Barbara mit dem Turm, Margarete mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.”
Nothelferin; Patronin der Juristen, Notare, Philosophen, Chirurgen, Wagner, Müller
Entspricht der (vor)keltischen Erdgöttin Ambet (siehe “Drei Bethen”)
“Katharina mit dem Radl”: an diesem Tag soll sich kein Rad drehen; Feiertag für Müller und Spinnerinnen
„Kathrein stellt den Tanz ein“: Beginn der stillen Zeit. Das Sonnenrad steht still und damit hat auch die Tanzdrehung zu unterbleiben.
Ende der Weidezeit; die Bienenstöcke werden unters Dach gestellt. 
“Ist an Kathrein das Wetter matt, kommt im Frühjahr spät das grüne Blatt.”

30.11. St. Andreas: Apostel; Andreasnacht ist wichtige Losnacht (Orakel).
Winterliche Dämonenabwehr und Fruchtbarkeitszauber beginnen mit der Andreasnacht. Bild des Zukünftigen kann man im Spiegel erkennen.
Schuhorakel: einen Schuh rückwärts über die rechte Schulter werfen. Wenn die Schuhspitze zur Türe zeigt, kommt nächstes Jahr ein Bräutigam.
Wer am Andreastag stirbt, kommt sogleich in den Himmel.
“St. Andreas Schnee tut dem Korne weh.”

Dezember: nach dem römischen Kalender der zehnte Monat = decem

1.12. St. Eligius: Patron der Hammerleute und Schmiede
“Fällt zu Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte wohl lang dauern mag.”

4 Sonntage vor Weihnachten, Advent: Adventus = Ankunft; Kerzen auf dem Adventskranz und Türchen am Adventskalender messen die Zeit bis zur Wiederkehr des Lichts. Am Vorabend des 1. Advents werden in den Kirchen die Adventskränze geweiht. 
Früher galt die Adventszeit als Fasten- und Bußzeit, in der nicht getanzt und nicht geheiratet werden durfte.
Die Adventssonntag haben je ihr eigenes liturgisches Gepräge: 
der 1. Adventssonntag bedenkt die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag, 
der 2. Adventssonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser, 
der 3. Adventsonntag stellt die Gestalt Johannes, des Täufers, in den Mittelpunkt, 
der 4. Adventsonntag ist geprägt von der nahenden Freude, er ist in der katholischen Kirche Maria gewidmet 

Klöpfelnächte: an den drei Donnerstagen im Advent; symbolisieren die Herbergssuche von Josef und Maria. Vermummte ziehen lärmend von Haus zu Haus, klopfen an Fenster und Türen und sammeln Gaben. 
Heidnische Herkunft: Donnerstag ist der Tag des germanischen Gottes Donar. Durch Lärmumzüge sollten heidnische Winterunholde verjagt werden.

4.12. St. Barbara: Barbara von Nikodemien; hat Kelch und Turm als Attribute
“Barbara mit dem Turm, Margarete mit dem Wurm und Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.”
Entspricht der (vor)keltischen Sonnengöttin Borbet (siehe “Drei Bethen”) 
Patronin der Bergknappen, Architekten, Artillerie u.v.m.
Nothelferin, die in der Todesstunde angerufen wird und zu einem guten Tod verhelfen soll; Helferin bei Blitz und Feuer
Am Barbaratag schneidet man einen Zweig von einem Obstbaum oder einer Forsythie und stellt ihn in Wasser. Am Weihnachtstag soll er dann blühen. Je schöner der Zweig blüht, desto segensreicher soll das kommende Jahr werden.
Bärbeltreiben: Im Allgäu ziehen als alte Weiber verkleidete Frauen mit Weidenruten durch die Straßen und verteilen Rutenhiebe. Kinder bekommen Äpfel und Nüsse.
Barbaraparade: in Bergbauorten bergmännischer Umzug (Barbara ist Patronin der Bergleute)
“Geht Barbara im Klee, kommt´s Christkind im Schnee.”

6.12. St. Nikolaus: Bischof von Myra in Lykien; 325 Teilnehmer des Konzils von NIcäa; Attribute Bischofsstab und Sack
Schutzpatron der Schiffsleute, Fischer, Kalkbrenner, reisenden Händler, Kinder, Ministranten und Pferde
Nikolaus als Gabenbringer und Wohltäter der Kinder; er beschenkt und lobt die braven Kinder und tadelt die bösen. Hat oft als Begleiter den finsteren Knecht Ruprecht/Krampus/Klaubauf mit der Rute (war ursprünglich die Lebensrute für Fruchtbarkeit) dabei. Er steckt die bösen Kinder in einen Sack. 
Besuch der Familien durch den Nikolaus als Spekulator entsprang der bischöflichen Visitation der Gemeinde. Daher der Name “Spekulatius” für ein Gebildebrot, das oft den Bischof auf seinem Pferd darstellte.
Kramperlläufe: Nikolaus wird von Kramperln begleitet, die Teufelsmasken und Tierfelle tragen.
Nikolausstiefel: geht zurück auf Legende von den 3 Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden.
“Regnet´s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.”

7.12. St. Ambrosius: Patron der Imker, Lebzelter und Wachszieher
“Wenn Ambros schnee’t, Gregor weht.”

8.12. Maria Empfängnis: Verhohlener oder Kleiner Frauentag; erinnert daran, dass Maria ohne Erbsünde von Anna und Joachim empfangen worden ist.
“Zu Mariä Empfängnis Regen bringt dem Heu keinen Segen.”

13.12. St. Luzia: Märtyrerin aus Syrakus/Sizilien; hat als Attribute ein Schwert (sie wurde damit hingerichtet) und eine Schale mit Augen => Augenheilige: Luzia wird bei Augenerkrankungen angerufen; an Augenbrünndln werden an dem Tag die Augen mit heilkräftigem Wasser gewaschen
Los- und Orakeltag: am Luziatag werden Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt. Blühen sie nach vier Wochen auf, soll einem das Glück im kommenden Jahr hold sein.
Nacht vor dem 13.12. ist Hauptdrudennacht, in der Frau Percht ihr Unwesen treibt. Die “Bluadige Luz” geht als schreckliche Frau um und schneidet mit einer Sichel unartigen Kindern den Bauch auf. Mit dem Ruf “De Luz geht um!” werden die Kinder gewarnt.
Vor Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 feierte man an diesem Tag die Wintersonnwende => Luzia als Lichtheilige.
“Wenn zu Luzia die Gans geht im Dreck, so geht sie am Christtag auf Eis.”

16.12.: “Um die Zeit von Adelheid, da macht sich gern der Winter breit.”

18.12.: “Um den Tag des Wunibald wird es meistens richtig kalt.”

21.12 St. Thomas: einer der 12 Apostel (“Ungläubiger Thomas”); Patron der Architekten, Zimmerer, Bauarbeiter und Feldmesser.
Thomas ist das aramäische Wort für Zwilling. Wie ein Zwilling erscheint er doppelgesichtig; einmal als Überbringer von guten Gaben (Thomasstriezeln), andererseits als Kinderschreck, der böse Kinder in den Sack steckt.
Im Bayerischen Wald geht der “Bluadige Dammerl” um und streckt sein blutiges Bein zur Tür herein. Er trägt eine Hammer bei sich und erinnert so an den germanischen Gott Donar.
Die Mettensau bzw. der Weihnachter wird geschlachtet, damit es am Heiligabend nach der Christmette Mettenwürste gibt.
Holz, das am Thomastag geschlagen wird, wird “Ewigkeitsholz” genannt, weil es nicht fault oder wurmt.
Die Thomasnacht ist die längste Nacht des Jahres. “Thomas kehrt den Tag um.” Man zeichnet in der Thomasnacht ein Rad an die Hauswand oder wirft ein Rad über das Hausdach.
Wer am Thomastag als letzter aufsteht oder in der Arbeit erscheint, bekommt den Namen “Thomasesel” verpasst, weil ihm sogar die längste Nacht nicht lang genug zum Schlafen ist.
In der Thomasnacht feiern die Toten ihre Messe. Wer wissen will, wer in seinem Umfeld als nächstes stirbt, spricht um Mitternacht das Thomasgebet: “Heiliger Thomas, ich bitte dich, komm zu mir und wecke mich, laß mich dereinst den Himmel erben, und den mich sehn, der bald muß sterben.”
Nach dem Abendläuten soll man nicht mehr aus dem Haus gehen.
Wichtige Orakelnacht, v.a. für heiratswillige Frauen: “Bettstatt i tritt di, heiliger Thomas, i bitt di, laß mir erschein den Allerliebsten mein”. Im Spiegel soll dann der Zukünftige zu sehen sein.
Mit Thomas beginnt die Zeit des Kletzenbrotbackens. Gemeinsam werden die Kletzen (gedörrte Birnen) geschnitten; dazu gibt es Schnaps und einen Nachtwecken zur Verköstigung. Geht das Kletzenbrot beim Backen nicht auf, zeigt das an, dass die Bäuerin oder Hausfrau bald stirbt. Bildet der Teig beim Kneten einen Ring um den Finger einer noch unverheirateten Frau, wird diese im nächsten Jahr Braut. Mit dem Kletzenbrotteig an den Händen werden im Obstgarten die Bäume umarmt, damit sie reiche Frucht tragen. Zu diesem Zweck soll man die Obstbäume im Advent auch schütteln.
Früher gingen die Hirten zu den Bauern und sagten einen Segensspruch auf (Halter- oder Hirtensegen) und gaben ihnen einen Birken- oder Kranawittzweig. Dieser soll dem Vieh Gesundheit und Fruchtbarkeit bringen.
Beginn der unheilvollen Rauhnächte, Wodansnächte oder Zwölften (nach anderer Zählung beginnen sie am 24.12.). Der Name kommt vom Räuchern und von „Rauh“, den wilden Geistern und Dämonen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben; Zeit der „Wilden Jagd“. Die Hexen haben jetzt die meiste Macht.
Früher galten nur die Vorabende von Thomas, Weihnachten, Neujahr und Dreikönig als Rauhnächte. An diesen Abenden werden Haus und Stall mit Weihrauch, Kranawittbeeren oder dem Kräuterbuschen von Maria Himmelfahrt ausgeräuchert und mit Weihwasser besprengt. Räuchern soll böse Geister vertreiben.
Ursprung liegt in der germanischen Zeitrechnung: es bleibt eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten = 12 Rauhnächte 
Wodan bricht mit den Toten zur wilden Jagd auf. Das Geisterreich steht offen, die Seelen der Verstorbenen und Geister haben Ausgang; Dämonen ziehen mit ihnen mit. 
In der Zeit der Rauhnächte darf keine Wäsche auf der Leine hängen, sonst kommt der Tod hinein. 
Rauhnächte eignen sich gut für Orakel (Losnächte). Jede Rauhnacht steht für einen Monat im kommenden Jahr: 1. = Januar, 2. = Februar usw.
Wetterlostage: wie an den 12 Rauhnachtstagen das Wetter ist, soll es an den 12 Monaten des neuen Jahres sein.
Zeit der Perchtenläufe: Percht/Pertha/Precht/Berta = Wintergöttin, verwandt mit Frau Holle/Holda/Holte/Huldre/Hel. Mit Tierfellen und Masken verkleidete Männer laufen durchs Dorf und machen mit Glocken u.ä. viel Lärm; damit sollen die bösen Geister und Dämonen vertrieben werden. 
“Wenn St. Thomas dunkel war, gibt es ein schönes neues Jahr.”

24.-26.12. Weihnachten: Der Heilige Abend ist ein Lostag. Mit Orakeln vertreibt man sich die Zeit bis zur Christmette. 
Am 24.12. ruht alle Arbeit. Schon vorher wird im Haus aufgeräumt und geputzt. Haus und Stall werden ausgeräuchert. Dabei wird der Spruch aufgesagt: “Vater unser im Himmel, schütze dieses Haus, Glück herein, Unglück hinaus!” Die Obstbäume werden “wachgeklopft”: “Baum, wach auf und trag, morgen ist der heilige Tag!” Es wird den vier Elementen geopfert.
Nach der adventlichen Fastenzeit gibt es am 24.12. mittags das Bachekoch. Die Reste davon bekommen die Obstbäume mit der Aufforderung ”Baam eßts!” Auch für Frau Bercht wird draußen auf dem Berchtteller Bachekoch hingestellt. Für die Seelen der Toten, die mit Frau Bercht mitziehen, wird das Armenseelenbrot auf den Fenstersims gestellt. Auch den vier Elementen wird geopfert.
Nach der Christmette wird das Christkind “angeschossen” und mit Böllerkrachen empfangen. Der Lärm soll böse Geister vertreiben. Gerade in der Christnacht sind Hexen, Druden und Teufel unterwegs.
Die Tiere im Stall sprechen um Mitternacht in menschlicher Sprache und sagen die Zukunft voraus. Wer die Tiere sprechen hört, stirbt anschließend.
Eine Tanne wird mit Sternen aus dem Stroh der letzten Ernte geschmückt als Bitte um eine gute Ernte im nächsten Jahr. Immergrüne Pflanzen (Nadelbäume, Mistel, Stechpalme) gelten als Zeichen der Unsterblichkeit der Natur.
Die alten Germanen kannten die Wodan geweihte Fichte, die zur Wintersonnenwende verehrt wurde.
Weitere Deutung: die Tanne als Weltenbaum der Schamanen.
Der rot-weiße Weihnachtsmann ist keine Erfindung von Coca Cola! Es sind die Farben des Fliegenpilz-Männleins mit seiner halluzinogenen Wirkung. Die nordischen und sibirischen Schamanen nahmen zur Wintersonnwende Fliegenpilze zu sich. Auf ihrer schamanischen Reise flogen sie mit ihren Rentieren zu ihren Nachbarn und brachten ihnen durch das Kaminloch Geschenke. 
Die alten Römer feierten das Fest „Sol invictus“ (unbesiegte Sonne) zu Ehren des Sonnengottes.
“Ist Weihnachten hell und klar, hofft man auf ein fruchtbar Jahr.”

26.12. St. Stephan: Märtyrer; Viehheiliger, besonders für Pferde; Patron der Pferdeknechte und Kutscher, der Maurer, Zimmerer, Weber und Schneider; wird bei Kopfschmerzen, Steinleiden, Seitenstechen und für einen guten Tod angerufen
“Großer Pferdetag” mit Pferdeumritt und -weihe, Pferdemarkt und -rennen; erinnert an die Schimmelopfer der Germanen zur Julzeit.
Beim Kletznbrotkosten werden neunerlei Scherzl zusammengetragen; diese sollen im neuen Jahr Glück und Gesundheit bringen.
Von Stephani bis Faschingsdienstag werden mit dem Aperschnalzen die Wintergeister vertrieben und der Frühling aufgeweckt.

27.12.: Johann Evangelist: “Winter-Johanni”, “kalter Johannistag”
Johanniswein: In der Kirche wird der Wein der Gläubigen gesegnet. Der gesegnete Wein soll die Gesundheit erhalten und vor Krankheiten schützen. Vor Reisen getrunken, soll er den Reisenden beschützen und für eine sichere Heimkehr sorgen. 
Früher wurde in den Wirtshäusern zu Johanni der geweihte “Hanswein” ausgeschenkt.

28.12.: Tag der unschuldigen Kinder; erinnert an den Kindermord in Bethlehem
Mit der Lebensrute schlagen Kinder Erwachsene “frisch und gsund”; alter Fruchtbarkeitszauber. Durch das Berühren mit der Rute überträgt sich deren Kraft auf den Getroffenen. Die Lebensrute stammt von einem immergrünen Baum oder Strauch.

31.12. Silvester: St. Silvester I., Bischof von Rom
Neubeginn; ein neuer Lichtzyklus beginnt; gute Vorsätze werden gefasst. 
Wichtige Losnacht mit Bleigießen. Aus den Bleigebilden wird versucht, die Zukunft zu deuten.
Der Lärm an Silvester soll böse Geister vertreiben.
Am Silvesterabend wird zum 3. mal das Haus geräuchert.
Früher wurden in der Silvesternacht für die Hausgeister Brot und Salz auf den Tisch gelegt, damit diese gerne im Haus bleiben. Um Mitternacht wurde die Haustür geöffnet, damit das alte Jahr fortgehen konnte.

Die verworfenen Tage:
Unter verworfenen Tagen, auch Schwendtage genannt, verstand man Tage, an denen man nichts Neues beginnen durfte, keine neue Arbeit, Geschäfte, Reisen und keine Verträge unterzeichnen. Sehr schlecht sind sie auch für Verlobungen und Hochzeiten. 
Gut sind sie für Arbeiten, bei denen etwas verschwinden soll wie Ernte, Roden, Pflügen, Hausputz etc. Auch um eine Beziehung zu lösen, sind Schwendtage gut.
Als "dies atri" waren die verworfenen Tage schon den Römern bekannt. 
Es sind im:
Januar: 2., 3., 4., 18. 
Februar: 3., 6., 8., 16. 
März: 13., 14., 15., 29. 
April: 19. 
Mai: 3., 10., 22., 25. 
Juni: 17., 30. 
Juli: 19., 22., 28.
August: 1., 17., 21., 22., 29. 
September: 21., 22., 23., 24., 25., 26., 27., 28. 
Oktober: 3., 6., 11.
November: 12.

 

 
 





 

 
 
 
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Reiki und Mineralien, Dagmar Bernhard M.A.  | DagmarBernhard@aol.com